Baldwin
Die Baldwin Piano Company galt einst als der größte amerikanische Hersteller von Tasteninstrumenten. Vor allem Klaviere hatte das Unternehmen angefertigt. Bis heute ist Baldwin eine Tochtergesellschaft der Gibson Guitar Corporation, wenngleich auch die inländische Klavierproduktion Ende 2008 eingestellt wurde.
Das Unternehmen blickt bereits auf eine lange Tradition zurück. Den Grundstein für die Erfolgsgeschichte auf dem Instrumentenmarkt legte Dwight Hamilton Baldwin bereits Ende des 19. Jahrhunderts. Das erste Baldwin-Klavier wurde 1891 verkauft, der erste Flügel folgte 1895. Und schon bald war Baldwin der größte Piano-Händler der Vereinigten Staaten.
Im Laufe der Jahre wurde das Angebot an Klavieren, Orgeln und weiteren Tasteninstrumente sukzessive erweitert. Viele der Baldwin-Instrumente gewannen renommierte Auszeichnungen. Der Erfolg weitete sich zunehmend aus – lediglich während des Zweiten Weltkrieges musste die Produktion vorübergehend eingestellt werden. Danach ging es jedoch erfolgreich weiter – und die Zahlen aus dem Vorkriegsstand wurden 1953 sogar verdoppelt. 1973 konnte Baldwin gar auf eine Million gebauter Klaviere zurückblicken.
In den 1980-er und 1990-er Jahren geriet die Baldwin Piano Company jedoch zunehmend unter Druck. Die ausländische Konkurrenz machte dem Unternehmen zu schaffen, und der Umsatz stagnierte. Um Marktanteile zu gewinnen, fusionierte man mit diversen Unternehmen, unter anderem mit Wurlitzer. Schließlich wurde Baldwin der Gibson Guitar Corporation angegliedert – und die Fertigung neuer Klaviere wurde im Dezember 2008 eingestellt.
Baldwin Klaviere zeichnen sich durch einen herausragenden Klang und beste Qualität aus. Zahlreiche renommierte Künstler haben sich für ein Baldwin-Klavier entschieden – wie etwa die klassischen Pianisten Walter Giseking, Jorge Bolet oder Claudio Arrau. Auch der Komponist Igor Strawinsky bediente sich eines Baldwin-Pianos, ebenso wie Béla Bartók und Leonard Bernstein.